Antwort des Redakteurs:

Lieber G,

danke für Deine positive Bewertung des Artikels und Deine Kritik. Den angeführten Punkten stimme ich weitgehend zu. Sie waren allerdings bewusst nicht Bestandteil dieses Artikels. Es sollte z.B. nicht der Weg zur sozialistischen Planwirtschaft diskutiert und dargestellt werden. Ebenso sollte an dieser Stelle keine Aufarbeitung der gesamten Geschichte des bisherigen Sozialismus erfolgen. Es sollte allein erklärt werden, dass Planwirtschaft möglich ist und dass das Kapital mit seiner eigenen Produktionspraxis das gesamte Gerede von der ?Unmöglichkeit von Planwirtschaft? selbst widerlegt. In einer Zeitung ist der Platz naturgemäß begrenzt. Mit diesem Artikel sollte in einem ersten Schritt eine grundlegende Frage angesprochen werden, was Du ja auch begrüßt. Weiteres sollte schrittweise in anderen Artikeln folgen. Auch Deine Antwort ist ja noch nicht umfassend, sondern wirft beim Leser zahllose Fragen auf. Das heißt man könnte Deinen Leserbrief noch vertiefen und weiter ergänzen. Wenn der Artikel zu einer Perspektivendiskussion führt, hat er eine wichtige Aufgabe erfüllt. Es fällt nämlich auf, dass unter ?den Linken? neben dem ganzen alltäglichen Klassenkampf, den wir äußerst wichtig nehmen, wie man ja auch an ?Arbeit Zukunft? sehen kann, grundlegende Fragen weitgehend ausgeblendet oder durch oberflächliche Phrasen, dass eine ?andere Gesellschaft? nötig sei und ähnliche seichte Parolen ersetzt werden. Dein Fazit, dass wir eine Perspektivendiskussion brauchen, ist richtig. Übrigens suchen auch wieder eine Reihe von fortschrittlichen Kolleginnen und Kollegen nach Perspektiven, da sie spüren und merken, dass dieses System ihnen keine Zukunft mehr bietet.

Tatsächlich ist der Mangel einer kommunistischen Arbeiterpartei spürbar. Die vielen kleinen Grüppchen, die Partei spielen, können diesen Mangel nicht beseitigen. Es fehlt eine Organisation, die dem größten Teil der revolutionären, kommunistischen Kräfte in diesem Land zusammenfasst und kollektiv die Erfahrungen der Geschichte aufarbeitet und ein Programm ausarbeitet, dass zur Realität in unserem Land passt. Dazu möchten wir mit unserer Zeitung, unseren Internet-Seiten und unserer Organisation beitragen.

Solidarische Grüße

Ernst