Der auf dem Kapitalismus basierende Imperialismus hat sich gewaltig weiter
entwickelt. Mit dem Übergang des Kapitalismus der freien Konkurrenz
zum Monopolkapitalismus und schließlich zu seiner vollständigen
Herausbildung zum staatsmonopolistischen Kapitalismus werden wir heute mit
neuen Theorien und Begriffen konfrontiert.
Längst sind große Welt umspannende Monopole entstanden, die heute
oftmals größer und mächtiger als einzelne Nationalstaaten
sind. Mit zunehmender Größe hat sich der Konkurrenzkampf dieser
Monopole verschärft. Unter dem Schlagwort Globalisierung
wollen sie sich die Welt untertan machen. Institutionen wie IWF und Weltbank
und Abkommen wie das MAI und GATS sind wichtige Arenen des Kampfes dieser
Monopole um Höchstprofite.
> Ein Pesthauch der Verwesung entströmt diesem System des Imperialismus.
Trotz steigender Umsätze, riesiger Profite, wachsender Produktivität,
Eroberung immer neuer Märkte wurde kein einziges grundlegendes Problem
auf der Welt gelöst. Im Gegenteil! Sie wurden verschärft! Die
Zahl der Hungernden wächst, das Klima wird ruiniert, Epidemien wie
Aids breiten sich rasant aus. Um ihre Milliarden-Profite zu schützen,
lassen die Pharma-Monopole lieber Millionen Menschen sterben, als billige
Medikamente herstellen zu lassen. Ganze Kontinente wie Afrika versinken
in Chaos und Elend. Aber auch in den Metropolen wächst die Armut, die
Arbeitslosigkeit, die Perspektivlosigkeit.
> Selbst für das Kapital wird es immer enger. Eine riesenhafte Krise
hat es erfasst. In den USA wächst die Wirtschaft nur noch durch Krieg
und ungeheure Staatsschulden. In Europa nützen alle Reformen
nichts. Die Staatskassen sind leer. Die Wirtschaft kommt nicht voran. Ist
ein Problem gelöst, stehen zehn neue Probleme zur Lösung
an. Dieses System, das seine eigenen Probleme nicht mehr dauerhaft lösen
kann, geht dem Ende entgegen. Es ist ein sterbendes System - auch wenn es
gegenwärtig noch stark erscheint.
Die gegenwärtige Welt ist daher von grundlegenden Widersprüchen
gekennzeichnet:
> Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit, zwischen der Arbeiterklasse
und den Kapitalisten durchzieht alle Grundfragen dieser Gesellschaft. Das
Kapital zerstört immer stärker die Lebensgrundlage für die
Arbeiter und Angestellten sowie ihrer Familien. Was dem Kapital mehr Profit
bringt, bedeutet für sie weniger Lohn, Altersversorgung, soziale Absicherung
oder Verlust des Arbeitsplatzes. Was für das Kapital billigen Transport
und billigste Produktion darstellt, ist für sie rücksichtslose
Plünderung und Vernichtung ihrer Umwelt. Lösungen, die für
beide Seiten akzeptabel sind, gibt es zunehmend weniger. Daher ist dieser
Widerspruch der Hauptwiderspruch in unserem Land. Der Kampf um soziale Befreiung
steht auf der Tagesordnung.
> Der Widerspruch zwischen den imperialistischen Ländern und den
von ihnen abhängigen und ausgeplünderten Nationen
prägt die wichtigsten Konflikte im Weltmaßstab. Mit großem
Geschrei sind die Großmächte - allen voran die USA - angetreten,
um Freiheit und Unabhängigkeit zu bringen.
Der mit großer Befreiungspropaganda geführte Krieg
im Kosovo führte zu einem dauerhaften Protektorat und Besetzung. Das
Selbstbestimmungsrecht der Völker endet da, wo die Machtinteressen
der Großmächte beginnen. Die Befreiung Afghanistans
hat die Herrschaft von Drogenbaronen und Kriminellen gebracht. Die Befreiung
des Irak führt zu Chaos, Herrschaft einer korrupten Clique und einem
Bürgerkrieg. In ihren eigenen Ländern haben die Großmächte
bis heute nationale Unterdrückung wie in Nordirland, im Baskenland
oder der Schwarzen in den USA nicht abgeschafft. Bei diesen Kämpfen
um nationale Befreiung handelt es sich nicht, wie von den imperialistischen
Mächten und einigen Medien behauptet, um einen Krieg der Kulturen,
sondern um nationale Befreiungskämpfe gegen den Imperialismus und seine
Lakaien. Die Beteiligung der herrschenden Klassen der Türkei, Pakistans
und Saudi-Arabiens, die völlig vom Imperialismus abhängig sind
und sich zugleich als islamistisch aufführen, zeigt, dass
nicht die Kultur entscheidet, sondern die Klassenzugehörigkeit,
welche Position man in diesem Kampf einnimmt.
> Der Widerspruch zwischen den Großmächten verschärft
sich in der Tendenz. Das Verhältnis der imperialistischen Großmächte
zueinander ist höchst komplex. Einerseits gehen die Imperialisten gemeinsam
gegen die Völker vor und unterstützen sich gegenseitig, andererseits
stehen sie in erbarmungsloser Konkurrenz zueinander. Aber selbst in Phasen
der Zusammenarbeit verschwinden Konkurrenz und Widerspruch nie völlig.
Die Kumpanei manifestiert sich in internationalen Bündnissen, in der
ökonomischen und militärischen Zusammenarbeit. Doch die Bündnisse
sind nur zeitweilig. Es gibt keinen dauerhaften kollektiven Imperialismus!
Sah es nach dem Fall der entarteten ehemals sozialistischen Staaten in Osteuropa
zunächst so aus, als würde die Kriegsgefahr weniger, hat die Realität
diese Hoffnung und Illusion zerstört. Überall, wo eine Großmacht
ihren Einflussbereich ausdehnen will, stößt sie auf einen Konkurrenten,
der dort Interessen hat. Das war im Kosovo so, wo die USA, Europa und Russland
versucht haben, ihre jeweiligen Positionen auszubauen. Das war in Afghanistan
und auch im Irak ebenso. Die wachsende Krise des Systems verschärft
die Konkurrenz und erhöht damit die Gefahr von Kriegen.
> Mit dem Fall der entarteten ehemals sozialistischen Staaten in Osteuropa
schien auch die Alternative Sozialismus erledigt. Doch der Verlauf des internationalen
Klassenkampfes macht deutlich, dass die gesellschaftliche Alternative des
Sozialismus nicht tot ist. Unter den fortschrittlichen Kräften in aller
Welt wird wieder diskutiert, welche Erfahrungen aus dem ersten Versuch zu
ziehen sind und wie dieser ein zweites Mal erkämpft und aufgebaut werden
kann.
Die USA kämpfen derzeit um die Vorherrschaft in der Welt. Sie geraten
dabei in einen Konflikt mit ihren schwächeren Konkurrenten wie Russland,
Europa, China. Dieser Konflikt zeigte sich zuletzt deutlich beim Überfall
auf den Irak, als Frankreich, Russland und Deutschland offen Widerstand
gegen den Kurs der USA leisteten, auch wenn sie letztendlich gezwungen waren,
der imperialistischen Supermacht freie Bahn zu geben. Diese schwächeren
Mächte vertreten dabei keine fortschrittliche Position sondern ihre
Interessen als aufstrebende Großmächte gegen den mächtigeren
Rivalen. Deutlich wurde das z.B. im Kosovo, wo deutsche Truppen für
Ruhe und Ordnung sorgen und die Ausübung des Selbstbestimmungsrecht
verhindern. Die sich vertiefende Krise des kapitalistischen Systems wird
den Konkurrenzkampf zwischen den Großmächten um Einfluss und
Vorherrschaft verschärfen. In ihrem Kampf um Vorherrschaft haben sich
die USA zum Weltpolizisten aufgeschwungen. Sie werden von vielen Völkern
und fortschrittlichen Menschen abgelehnt und bekämpft. Im Irak, in
Palästina, in Afghanistan, in vielen Staaten Lateinamerikas findet
ein heftiger Kampf gegen die militärische Intervention des US-Imperialismus
statt. Aber auch die anderen Großmächte intervenieren in anderen
Ländern. Frankreich und England beherrschen einen großen Teil
ihrer ehemaligen Kolonien. Immer wieder greifen sie militärisch ein,
um ihnen genehme politische Verhältnisse zu schaffen. Deutschland hat
sich als Großmacht in einigen Ländern Osteuropas Einfluss verschafft.
Es beginnt sich militärisch einzumischen. Die Europäische Union
ist durch Ungleichheit der größeren und kleineren Staaten gekennzeichnet.
Sie ist ein Instrument der Großmächte wie Frankreich, Deutschland
zur Ausdehnung ihrer Macht. Die europäische Verfassung zeigt den rückschrittlichen
Charakter dieses Zusammenschlusses. Demokratische Rechte werden eingeschränkt.
Kleinere Staaten werden dem Diktat der größeren unterworfen.
Wir verurteilen alle imperialistische Kriege
> Kriege zur Neuaufteilung der Einflusssphären unter den Großmächten,
zur Sicherung ihrer Herrschaft in den von ihnen abhängigen Ländern
und zur Unterdrückung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen sind
reaktionär und werden von uns entschieden abgelehnt.
> Dies gilt auch dann, wenn solche Kriege unter dem Vorwand des Kampfes
gegen reaktionäre Regime wie Saddam Hussein im Irak, die Mullahs in
Afghanistan oder die Ayatollahs im Iran stattfinden. Auch wenn solche Kriege
unter dem Deckmantel einer UN-Mission durchgeführt werden, lehnen wir
sie ab. Die UN sind in dem weltweiten Kampf nicht neutral sondern unterliegen
dem Diktat der Großmächte. Daher haben sie auch immer wieder
imperialistische Interventionskriege gebilligt und als humanitär,
Friedensmission usw. gerechtfertigt.
Der Widerstand der Völker gegen ihre Besetzung und Ausplünderung
bis hin zum Bürgerkrieg gegen militärische Besatzer, wie er jetzt
z.B. im Irak stattfindet, ist gerechtfertigt und wird von uns unterstützt.
Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob reaktionäre Kreise wie
Islamisten an diesem Widerstand teilnehmen. Wir unterstützen immer
und überall das Selbstbestimmungsrecht der Nationen bis zum Recht auf
Lostrennung. Das heißt allerdings nicht, dass wir selbst für
kleine und kleinste Nationen eintreten, die oftmals kaum überlebensfähig
und vom Imperialismus noch abhängiger sind. Wir bestreiten jedoch den
imperialistischen Großmächten das Recht, das Leben anderer Völker
zu kontrollieren. Und wir sind überzeugt, dass sich nationale Konflikte
nicht durch die gewaltsame Einverleibung kleinerer Nationen durch größere
lösen lassen. Aufgabe der fortschrittlichen und revolutionären
Kräfte in diesen Ländern ist es diesen Befreiungskampf tatkräftig
zu führen, die Einheitsfront aller anti-imperialistischen Kräfte
herzustellen und durch ihre konkrete Arbeit den Einfluss rückständiger
Kräfte wie reaktionärer religiöser Kreise, die die Menschen
ins Mittelalter zurückführen wollen, zurückzudrängen.
Die weltweite Bewegung gegen Globalisierung und Imperialismus ist gerecht.
Die Arbeiterklasse und alle fortschrittlichen Kräfte müssen aktiv
daran teilnehmen und sie mit den Kämpfen im eigenen Land verbinden.
Solidarität mit dem Kampf um nationale Befreiung!
Die Großmacht Deutschland verfolgt eine zwiespältige Politik.
Immer wieder ordnet sie sich gezwungenermaßen der Politik der aggressivsten
und gefährlichsten Macht der Erde, dem US-Imperialismus, unter wie
beispielsweise in Afghanistan. Gleichzeitig versucht sie im Bündnis
mit anderen Großmächten wie Frankreich und Russland sowie durch
den Ausbau der EU zu einer politischen und militärischen Macht, an
Stärke zu gewinnen und die Führungsrolle des US-Imperialismus
zu bestreiten. Dies ist jedoch nicht zum Vorteil der Völker, da ihnen
in der EU eine neue imperialistische Großmacht entgegentritt, die
nicht etwa für Freiheit und Menschenrechte eintritt, wie sie vorgibt,
sondern für Expansion und Herrschaft. Das zeigt sich an dem Eingreifen
der EU in Afrika, wo sie blutige Diktaturen am Leben hält, um Rohstoffe
zu sichern und den fast völlig verelendeten Kontinent auszuplündern.
Der Einsatz deutschen Militärs in zahlreichen Ländern bedeutet,
dass die Menschen in unserem Land mit dem Einsatz des Lebens der Jugend
und mit sehr viel Geld für diese Großmachtpolitik zahlen müssen.
Sozialkürzungen sind die andere Seite der Medaille. Deutschland soll
fit für den imperialistischen Konkurrenzkampf gemacht werden. Die Arbeiter,
Angestellten, Bauern, Rentner, Arbeitslosen, ihre Familien und die Jugend
müssen sowohl für friedliche wie für die kriegerische
Variante dieses Machtkampfes aufkommen -zum Wohle des Kapitals, dass auf
beiden Wegen seine Profite vermehrt.
Eine solche Politik schafft auch keine Sicherheit, wie sie vorgibt. Im Gegenteil!
Die von ihr hervorgerufene wachsende Unsicherheit, der Widerstand der Völker,
das Flüchtlingselend werden genutzt, um mit Sicherheitsmaßnahmen
immer mehr Rechte abzuschaffen, Europa und Deutschland mit einer menschenfeindlichen
Mauer zu umgeben und den engstirnigen Nationalismus zu schüren.
Wir lehnen eine reaktionäre Großmacht Europa ab:
Nein zur europäischen Verfassung!
Nein zur europäischen Armee!
Nein zur Großmacht EU!
Auch jede eigenständige Großmachtpolitik Deutschlands und die
Unterordnung unter die aggressive Politik des US-Imperialismus verurteilen
wir:
Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!
Raus aus der NATO!
Jede Unterdrückung und Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihrer
Nationalität, ihrer Überzeugungen, ihrer Herkunft wird von uns
entschieden bekämpft. Wir setzen uns für den gemeinsamen Kampf
der Arbeiter, Angestellten, Bauern, Rentner, Arbeitslosen, ihrer Familien
und der Jugend für ihre Interessen ein!
Gleiche Rechte für alle, die dauerhaft in Deutschland leben und
arbeiten!
Doppelte Staatsbürgerschaft!
Kampf gegen Rassismus und Faschismus!
Schluss mit dem Abbau demokratische Rechte!
Die gesamte imperialistische Politik zeigt, wie verbraucht und menschenfeindlich
dieses System ist. Der Widerstand der Völker in den unterdrückten
Ländern aber auch in Europa und in Deutschland entwickelt sich. Wir
nehmen aktiv an diesem Kampf teil. Dabei bilden sich neue Formen der Organisierung
und des Kampfes heraus. Wir nehmen aktiv daran teil und ermutigen alle fortschrittlichen
Kräfte, dies ebenfalls zu tun. Wir treten dafür ein, die Solidarität
der Völker und der Arbeiter der verschiedenen Nationalitäten im
gemeinsamen Kampf zu stärken. Wir treten ein für eine Welt der
Gerechtigkeit, der Brüderlichkeit und des Friedens, für eine Welt
frei von Ausbeutung, Unterdrückung und Plünderung; für den
Sozialismus!
Verabschiedet Juni 2005