a. Ökonomische Lage
Das BIP stieg von 1993 mit 1,7 Billionen Euro bis 2003 auf 2,15 Billionen
Euro. Das ist eine Steigerung um ca. 27%, real immerhin noch um 17% - jährlich
also zwischen 1,5 und 2%
In der gleichen Zeit sanken die Nettorealverdienste der Arbeitnehmer von
17.446 Euro/Jahr auf 16.574 Euro/Jahr also ca. 900 Euro Minus!!!
Bei Arbeitslosen gab es mit Hartz IV massive Kürzungen. Bei Rentnern
gab es Nullrunden, sodass die Realrente sank.
Die Produktivität steigt derzeit jährlich um ca. 3-3,5%!
Wenn die Produktivität um 3-3,5% jährlich steigt, das reale BIP
aber nur um 1,5-2%, dann wird jährlich ca. 2% an bisherigem Arbeitsvolumen
überflüssig. Das führt zu Entlassungen und sinkendem Wert
der Ware Arbeitskraft, daher Druck zu Mehrarbeit (mit weiteren Entlassungen
bzw. Stellenabbau) und Lohnsenkung. Das Kapital befindet sich in diesem
Prozess objektiv in einer günstigen Position gegenüber der Ware
Arbeitskraft und kann angreifen, seinen Mehrwert, den Anteil am geschaffenen
Wert erhöhen.
Der Produktionswert je Arbeiterstunde im verarbeitenden Gewerbe betrug 2003
110 Euro! Davon waren 19,80 Euro Arbeiteranteil und 90,20 Euro über
den das Kapital verfügt! Anteil der Arbeiter 18,2%; in 1999 waren es
noch ca. 25%! also rasch, von ca. 75 auf 81,8%, steigender Anteil
des Kapitals!
Die Kapitalistenklasse ist gegenüber der Arbeiterklasse derzeit in
der Offensive und nutzt dies zu immer neuen Angriffen. Es profitiert kurzfristig
von der derzeitigen Situation.
Langfristig verschärft sich damit die Krise des kapitalistischen Systems
dramatisch. Denn:
Steigende Produktivität bedeutet höhere Investitionen bei sinkendem
Wert der geschaffenen Waren, damit verschärfte Konkurrenz, Billigangebote.
Geiz ist geil! Was das Kapital auf dem Rücken der Arbeiterklasse gewonnen
hat, wird durch die verschärfte Konkurrenz bedroht und teilweise wieder
zunichte gemacht.
> Tendenz zum Fall der Profitrate!
Der steigende Druck bedeutet Zwang
> zur Erhöhung der Renditeraten
> zur Erhöhung der Profite
Galt früher ein Betrieb mit Renditen von 5-6% als solide, ist er
heute nicht profitabel genug und wird geschlossen, obwohl er Profit bringt.
Oder Massenentlassungen, Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerung
werden durchgedrückt, um die Renditen zu erhöhen. Ziel sind >
Höchstprofite (Stalin: ökonomisches Grundgesetz im Imperialismus
ist der Zwang zum Höchstprofit).
Um in diesem Wolfskampf zu überleben, ordnet sich das Kapital alles
unter
der Staat hat Steuererleichterungen zu geben, Aufträge
zu beschaffen, Lohnnebenkosten (also Sozialleistungen und Löhne) zu
senken, Sozialleistungen zu kürzen
Wenn der Staat dabei immer mehr Schulden anhäuft, ist das für
das Finanzkapital gut. Daran lässt sich verdienen. Denn wer gibt die
Milliardenkredite und wer streicht die Zinsen ein? Allerdings erhöhen
sich langfristig die Probleme, da der Pleitestaat immer weniger Spielraum
besitzt, immer weniger investieren kann.
Getrieben von den Gesetzmäßigkeiten des Systems präsentiert
die Kapitalistenklasse ständig neue Forderungen nach Lohnkürzungen,
Personalabbau usw. Paradoxe Erscheinungen wie, dass Telekom, Allianz, Wüstenrot,
DaimlerChrysler und viele andere einerseits enorme Gewinnsteigerungen verkünden
und gleichzeitig weiteren zehntausenden Menschen den Arbeitsplatz rauben,
lassen sich so erklären.
Alle diese Maßnahmen lösen nicht die Krise, in der sich unsere
Gesellschaft befindet, sondern vertiefen sie. Das System ist in einer tiefen,
unlösbaren Krise mit rasant sich verschärfenden Widersprüchen!
b. politische Lage
Aus der Defensive kämpfen
Die Lage der Arbeiterklasse in Deutschland ist kompliziert und von großen
Verwerfungen und Umbrüchen gekennzeichnet.
In der Vielfalt positiver wie negativer Erscheinungen aber ist ein Merkmal
hervorstechend: Der Klassenkampf ist zu lange nicht mehr erlebter Schärfe
aufgelaufen.
Und wenn es sich um keinen bewussten Klassenkampf der ausgebeuteten und
unterdrückten Massen handelt, so handelt es sich in jedem Fall um einen
aktiven Klassenkampf der herrschenden Klassen der Kapitalisten!
In diesen Auseinandersetzungen ist die Arbeiterklasse tief in die Defensive
geraten.
Defensive bedeutet weder in der heutigen gesellschaftlichen Realität
noch in unseren theoretischen Überlegungen, dass die Arbeiterklasse
nicht kämpft oder nicht kämpfen wollte oder könnte. Diese
Kämpfe gibt es alltäglich in großer Zahl. Aber diese Kämpfe
zeigen ihren defensiven Charakter deutlich:
> Sie sind nicht verbunden, sondern vereinzelt. Dazu legt das Fehlen
des uneingeschränkten Streikrechts die Kampfkraft der Arbeiterklasse
an die Kette.
> Oft kann nur gegen den nahe liegenden Angriff für ein oft relativ
spontan, auf Betriebsebene festgelegtes Ziel gekämpft werden.
> Die gesamte gewerkschaftliche Kraft kommt nicht zum Ausdruck.
> Die Forderungen solcher Kämpfe tragen selbst defensiven Charakter.
Vielfach wird zurzeit, auch mit offizieller Organisierung durch DGB-Gewerkschaften
um bessere Abfindungen und Sozialpläne gestreikt (Infineon, AEG!).
> Häufig finden heftige Kämpfe erst in letzter Minute statt,
wenn scheinbar alles zu spät ist. Diese retten oft nur noch Teile der
vom Kapital angegriffenen Rechte einer Belegschaft...
Es ändert auch nichts an der defensiven Situation der Arbeiterklasse,
dass es immer wieder zu heftigen Aktionen kommt. Es gibt eine Offensive
in der Defensive! Ermutigend ist das Beispiel des Kampfes des Bosch-Siemens-Haushaltsgerätewerks
in Berlin, wo durch den Streik der Kolleginnen und Kollegen Arbeitsplätze
erhalten werden konnten, auch wenn die Gewerkschaftsführung den Streik
abbrach.
Entscheidend ist für die Beurteilung der Lage auch die Beurteilung
der politischen und ideologischen Situation der Arbeiterklasse:
> Die Forderungen und Interessen der arbeitenden Menschen sind in
der öffentlichen Debatte isoliert und werden stets angegriffen. Das
Eintreten für diese Interessen wird massiv diffamiert, und zwar von
nahezu allen Parteien, von den Interessenvertreter/innen des Kapitals sowieso.
> In der öffentlichen Debatte gelten die in betriebswirtschaftliche
oder volkswirtschaftliche Rechnungen verkleideten Kapitalinteressen als
sakrosankt, werden als unabänderliche Sachzwänge hingestellt.
Wer dagegen für die Interessen der Arbeitenden argumentiert, wird wechselweise
als Spinner, Träumer. Traditionalist, Betonkopf Arbeitsplatzvernichter
hingestellt.
> Die Entlohnung und die sonstigen Arbeitsbedingungen werden systematisch
aus der Debatte gedrängt. Der Arbeitsplatz als solcher wird verabsolutiert,
so dass Protest gegen 1-Euro-Löhne an sich schon als asozial gilt.
(Wahlparolen im Wahlkampf: Arbeit, Arbeit, Arbeit...!)
Globalisierung und Krise das Kapital bläst zum Angriff
Stärker als noch vor einem Jahrzehnt wird vom Kapital und seinen Vertretern, Firmen und Konzernen das gesamte Erpressungspotential systematisch ausgespielt, das sich aus dem Fortfall nahezu aller nationalen Grenzen ergibt. Unter dem drohenden Motto der Globalisierung wird tatsächlich verlagert, fusioniert, aufgekauft. Damit werden viele aktuelle Erpressungen begründet wie Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung, Lohnsenkung, Entlassungen etc. Gnadenlos werden die Angehörigen der Arbeiterklasse in den reichen und entwickelten Ländern an den Ausbeutungsbedingungen in den abhängigen Ländern gemessen. Nachgeben gewährt den Beschäftigten erwiesenermaßen keinerlei Sicherheit vor weiteren Zumutungen. Lediglich dem Kapital wird unter anderem auch weiterer Profit in die Hand gespielt, der dann in zusätzliche Investitionsmittel zu weiteren Maßnahmen verschärfter Ausbeutung verwandelt wird, egal ob sie zu weiteren Verlagerungen ins Ausland oder Rationalisierungen im Inland verwendet werden.
Lage der Gewerkschaften
Nach wie vor gibt es sehr große, Einheitsgewerkschaften. Diese
sind aber in ihrer Substanz geschwächt und bedroht. Sie sind in eine
krisenhafte Entwicklung eingetreten. Dramatische Mitgliederverluste machen
das deutlich. Wie bereits früher stehen wir auf dem durch zahlreiche
Erfahrungen erhärteten Standpunkt, dass hierfür nicht ein zu kämpferischer
Standpunkt einiger Betonköpfe verantwortlich ist, wie es
das Kapital verbreitet, sondern genau des ewige Nachgeben gegen die Zumutungen
des Kapitals.
- Sie sind nicht in der Lage, ihre selbst erstrittenen Standards zu gewährleisten
und zu garantieren.
- Die gegensätzlichen Klasseninteressen des Kapitalismus sind in ihnen
vertreten. Die Führungen und der größte Teil des Gewerkschaftsapparates
sind in der Hand bürgerlicher Kräfte, die, nicht zuletzt durch
ihre Managereinkommen und ihr Selbstbild als Manager, mit tausend Fäden
mit der Kapitalistenklasse verbunden sind. Das Ziel der Abschaffung des
Kapitalismus ist ihnen so fremd wie allen offenen Vertretern der Kapitalinteressen.
Sie sind in den wichtigsten herrschenden Parteien organisiert.
- Nach wie vor sind die meisten Gewerkschaftsführer SPD-Mitglieder,
wenn das auch nicht mehr so eindeutig ist wie noch vor zehn Jahren. Auch
Grüne wie Bsirkse sind aufgerückt, was aber nicht zu einer Verbesserung
der Lage geführt hat.
- Die 35-Stundenwoche, das Banner der Gewerkschaftsbewegung der letzten
3 Jahrzehnte, ist zur Lebenslüge geworden. :Unter dem Druck der Kapitalisten
stimmen die Gewerkschaftsführungen der 40 Stundenwoche zu (Schlafhorst,
Siemens), während sie offiziell schöne Reden über die Verkürzung
der Arbeitszeit halten. Dabei demontieren die Vorstände, speziell der
IG Metall und der ver.di selbst der Basis die Bedingungen des Erfolgs. Auch
das gesamte erkämpfte Werk der Flächentarifverträge ist auf
diese Weise einer dauernden Erosion ausgesetzt.
- Wenn die Gewerkschaftsführungen günstige Bedingungen erkennen,
versuchen sie selbst, kämpferische Kollegen zu drangsalieren und aus
der Gewerkschaft auszuschließen.
- Gewerkschaftsführer sind in Korruption und Finanzbetrügereien
(siehe VW-Betriebsräte oder Zwickel beim Mannesmann-Skandal) verstrickt,
ohne dass die Gewerkschaften die Kraft haben, sich von solchen Leuten zu
trennen. Im Gegenteil! Oft wird mit solchen Typen, die offen die Interessen
des Kapitals vertreten, Solidarität geübt.
Die Gewerkschaftslinken
Durchaus Hoffnungen auf eine positivere Zukunft machen die klassenkämpferischen
Kräfte! Noch im Jahre 1997 stellte die deutsche Delegation auf dem
3. Internationalen Treffen von Gewerkschafter/innen in Madrid fest: Klassenkämpferische
Positionen sind innerhalb der DGB-Gewerkschaften bis heute nicht als erkennbare
Strömung organisiert.... Die Entwicklung einer wie auch immer organisierten
Strömung dieser Kräfte steht auf der Tagesordnung.
Hier haben sich Fortschritte ergeben. Es muss aber festgestellt werden,
dass hierbei revolutionäre und Kommunisten noch keine entscheidende
Rolle gespielt haben, auch wenn wir uns an diesen Entwicklungen nach unseren
Kräften aktiv beteiligen.
Folgende Hauptmerkmale sind bei diesem Prozess festzustellen.
- Nicht zuletzt mit der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken
wird eine organisierte Strömung in den Gewerkschaften und in ihrem
Umfeld zunehmend erkennbar.
- Mit der starken Volksbewegung der letzten eineinhalb Jahre gegen die Agenda
2010 und die Hartz-Gesetze einschließlich der Bewegung der Montagsdemonstrationen
existiert auch eine wichtiger Ansatz außerhalb der Betriebs, der ein
klassenkämpferisches Arbeiten sowohl erfordert als auch ermöglicht.
- Es ist Pflicht der Kommunisten und revolutionäre, in beiden Bereichen
mitzukämpfen.
Die Rolle der Linkspartei in der Arbeiterbewegung
Die zunehmende Krise der Gewerkschaften hat die Schicht der mittleren
und unteren Gewerkschaftsfunktionär/innen aufgescheucht. Sie erfährt
unmittelbar die Folgen des starken Mitgliederrückganges einerseits
und andererseits des dramatischen Drucks durch das Kapital auf die Mitglieder,
also auf die Belegschaften, auf die Arbeiterklasse. Selbst im innergewerkschaftlichen
Apparat den zunehmenden Sparmaßnahmen und Schikanen der Vorstände
ausgesetzt, werden in der betrieblichen und gewerkschaftlichen Praxis immer
härtere Anforderungen an sie gestellt. Darauf reagieren die einen mit
Anpassung, andere aber auch mit Kampfbereitschaft und Energie.
Vor allem letztere bilden den Kern einer Entwicklung, die sich in der Organisierung
der WASG manifestiert. Hier ist beachtliches organisatorisches Potential
versammelt.
In der SPD nach Godesberg groß geworden, stellen diese Kräfte
mit ihrer sozialdemokratischen Ausrichtung für die Entwicklung einer
klassenkämpferischen und revolutionären Arbeiter/innenbewegung
eine schwierige Herausforderung dar.
- Sie sind stark vertreten in der Gewerkschaftslinken
- Sie sind in der Lage, viele richtige Forderungen der Massenbewegung zu
artikulieren.
- Sie brachten die Wahlstrategie der Sommer, Bsirske und Peters in der Bundestagswahl
2005 durcheinander, so dass keine Wahlempfehlung des DGB für die SPD
bzw. für Rot-Grün mehr zu Stande kam.
- Sie nötigten die PDS zu Zugeständnissen zwecks gemeinsamen Vorgehens
in der Wahl.
- Aber sie sehen ihr Heil in der Orientierung der Massen auf einen reformierbaren,
sozialen Kapitalismus, eine reine Illusion.
- Nachdem die WASG in der Bundestagswahl 2005 zusammen mit der PDS antrat,
werden beide unter dem Namen Linkspartei fusionieren. Bald wird die WASG
gegen den Widerstand linker und antirevisionistischer Kräfte in ihren
Reihen in der Linkspartei aufgehen. Ein zentrales Resultat dieser Entwicklung
besteht darin, dass die WASG den der Arbeiterklasse entfremdeten PDS-Kräften
hier einen verstärkten Einfluss verschafft hat.
- So ist auf diesem Feld eine komplexe politische Situation entstanden
im Allgemeinen wie auch mit dem Entstehen der Links-Fraktion im Bundestag.
Sie kann für die Arbeiterklasse positiv sein, wenn diese sich mit ihren
Forderungen Gehör verschafft und es schafft, die Fraktion für
die Vertretung der Interessen der kämpferischen Massenbewegung einzuspannen.
Das wird in der Linkspartei die Differenzierung in Fortschrittliche und
Rückschrittliche fördern.
c. Ohnmacht oder Macht?
In ihrem täglichen Kampf ist die Arbeiterklasse ständig mit
der Machtfrage konfrontiert. Mit seinen Erpressungen beim Lohn, bei der
Arbeitszeit, bei der Flexibilisierung nutzt das Kapital seine Macht gnadenlos
aus. Jede Auseinandersetzung wird durch die Stärke der Parteien entschieden.
Gelingt es alle Kolleg/innen zu mobilisieren oder schafft es das Kapital,
einen Teil mit Druck und Drohungen oder mit Lockungen auf seine Seite zu
ziehen? Stehen die Gewerkschaftsführungen fest hinter den Kolleg/innen
oder suchen sie ohne Kampf einen Kompromiss mit dem Kapital? Wie lange kann
eine Kampfmaßnahme wie ein Streik durchgehalten werden? Wie stark
ist die Solidarität? Macht gewinnt die Arbeiterklasse nur durch Geschlossenheit,
Solidarität und Organisiertheit.
Das Kapital ist sehr gut organisiert. Es verschafft sich systematisch in
allen Bereichen Einfluss. Ihm unterstehen die wichtigsten Medien.
Die Arbeiterklasse hingegen ist derzeit nicht schlagkräftig organisiert.
In ihren Organisationen wie den Gewerkschaften gibt es Kräfte, die
offen oder verdeckt die Interessen des Kapitals vertreten und von ihrer
ganzen Lebenslage selbst zu diesem gehören (siehe Zwickel im Mannesmann-Prozess).
Der Arbeiterklasse fehlt eine eigene Partei, die ihre Interessen vertritt.
Und trotzdem wird die Arbeiterklasse permanent durch die Realität in
der Machtfrage erzogen. Sie lernt täglich, dass das Kapital nur eine
Sprache versteht: Macht! Ist die Arbeiterklasse machtlos, dann wird sie
vom Kapital rücksichtslos an die Wand gedrückt. Hat die Arbeiterklasse
durch Solidarität, Organisiertheit und Kampfkraft Macht, dann kann
sie das ganz oder teilweise verhindern oder gar gelegentlich kleine Fortschritte
erkämpfen.
Und in diesem Machtkampf wird auch beständig klar, dass das Kapital
niemals freiwillig aufgibt oder abtritt, um bessere gesellschaftliche Verhältnisse
zu ermöglichen. Wer also das kapitalistische System beseitigen und
eine neue, sozialistische Gesellschaft erreichen will, der braucht Macht,
der benötigt Kampfkraft, eine Organisation und klare Ziele.
d. Lage der Kommunisten und ihre Aufgaben in der Arbeiterklasse
Aufgrund der Verschärfung der objektiven Widersprüche (siehe
Teil a.) werden die Arbeiterklasse aber auch Bündnisschichten in den
kommenden Jahren gezwungen sein, gegen die immer stärker werdenden
Angriffe des Kapitals zu kämpfen. Dies wird auch unter defensiven Bedingungen
zu einer Entwicklung der Arbeiterbewegung führen und die Möglichkeiten
der Kommunisten zur Verbindung mit der Klasse und der Gewinnung der fortgeschrittensten
Vertreter der Klasse für den Kommunismus entscheidend vergrößern.
Diese Chance muss genutzt und darf nicht verspielt werden!
Die Kommunisten in Deutschland sind weitgehend durch ihre eigene Haltung
kaum mit der Arbeiterklasse und ihren Kämpfen verbunden. Weder als
Mitkämpfer, geschweige denn als Führer sind sie für die Arbeiterklasse
und auch andere fortschrittliche Kräfte im Volk sichtbar. Nur punktuell
sind sie mit der Klasse und ihrem Kampf verbunden.
Ursache ist nicht mangelnde Erfahrung oder die Jugend der Bewegung.
Es gibt eine reiche Erfahrung der Teilnahme am Klassenkampf, die nur politisch
richtig ausgewertet und in Handlung umgesetzt werden muss.
Aufgabe der Kommunisten ist daher:
- aktive Teilnahme am Kampf der Klasse, wo immer es möglich ist.
- Verbesserungen der Verbindungen zur Klasse.
- Dort wo keine Verbindungen bestehen, müssen sich die Kommunisten
über die Lage der Arbeiterklasse in ihrem Bereich und die wichtigsten
Kämpfe aktiv informieren und Wege suchen, daran teilzunehmen.
- Verbreitung der Alternative des Sozialismus und Kommunismus unter den
fortgeschrittensten Vertretern der Klasse und ihre Gewinnung.
- Aufklärende und organisierende Arbeit innerhalb der Klasse, um deren
Bewusstsein voranzubringen.
- Schaffung einer einheitlichen Kommunistischen Arbeiterpartei mit fester
Verbindung zur Klasse und einem klaren, revolutionären Programm zur
Abschaffung der Lohnsklaverei.
- Schaffung eines Aktionsprogramms zur Führung des täglichen Kampfes
in Betrieb und Gewerkschaft.
Diese Erklärung wurde im Dezember 2006 von der Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands verabschiedet.